Kontrollverlust beim Essen, ständiges Kalorienzählen, heimliches Erbrechen oder das Gefühl, nie dünn genug zu sein? Machen Sie jetzt den kostenlosen Essstörungs-Screening (SCOFF) direkt auf dieser Seite. Erfahren Sie, warum eine Essstörung fast nie allein auftritt – und warum die Abgrenzung zu Depression, Angststörungen und Persönlichkeitsstörungen für die richtige Behandlung entscheidend ist.
Beantworten Sie die folgenden 5 Fragen mit Ja oder Nein. Der SCOFF-Fragebogen (Morgan, Reid & Lacey, 1999) ist das weltweit am häufigsten eingesetzte Screening-Instrument für Essstörungen – mit einer Sensitivität von 86 % und Spezifität von 83 %.
Übergeben Sie sich, weil Sie sich unangenehm voll fühlen?
Haben Sie das Gefühl, die Kontrolle darüber verloren zu haben, wie viel Sie essen?
Haben Sie in letzter Zeit mehr als 6 kg in einem Zeitraum von 3 Monaten abgenommen?
Halten Sie sich für zu dick, obwohl andere sagen, Sie seien zu dünn?
Würden Sie sagen, dass Essen Ihr Leben dominiert?
Dieser SCOFF-Screening gibt einen ersten Anhaltspunkt. Aber er erfasst primär Anorexie und Bulimie – nicht Binge-Eating-Störung oder ARFID. Und er erkennt keine komorbide Depression oder Persönlichkeitsstörung.
Fundierte Diagnostik bestellen – 39,95 €„Ich zähle jede Kalorie, wiege jedes Gramm. Essen ist kein Genuss mehr – es ist ein Feind, den ich kontrollieren muss."
„Abends verliere ich die Kontrolle. Ich esse, bis mir schlecht wird. Danach Scham, Ekel, Erbrechen. Und am nächsten Tag dasselbe."
„Ich schaue in den Spiegel und sehe jemanden, der zu dick ist – obwohl alle sagen, ich sei zu dünn. Ich glaube ihnen nicht."
„Ich esse heimlich. Große Mengen, schnell, allein. Nicht aus Hunger – sondern weil ich mich leer fühle."
„Sport ist kein Vergnügen mehr – es ist Pflicht. Wenn ich einen Tag auslasse, habe ich Panik zuzunehmen."
„Mein ganzes Denken kreist um Essen, Kalorien, Gewicht. Für alles andere habe ich keinen Kopf mehr."
Essstörungen gehören zu den psychischen Erkrankungen mit der höchsten Sterblichkeit. In Deutschland sind etwa 1,5–5 % der Bevölkerung betroffen – bei jungen Frauen deutlich häufiger. Die ICD-11 unterscheidet sechs Formen, darunter erstmals die Binge-Eating-Störung als eigenständige Diagnose.
Das Tückische: Essstörungen werden häufig erst spät erkannt, weil sie mit Scham, Geheimhaltung und körperlichen Komplikationen einhergehen.
Die ICD-11 hat die Klassifikation von Essstörungen grundlegend modernisiert. Neu als eigenständige Diagnosen: Binge-Eating-Störung (6B82) und ARFID (6B83). Ein Essstörungs-Selbsttest kann nicht klären, welche Form vorliegt.
Signifikant niedriges Körpergewicht durch Nahrungsrestriktion. Verzerrte Körperwahrnehmung, intensive Angst vor Gewichtszunahme. Höchste Mortalitätsrate aller psychischen Erkrankungen.
Wiederkehrende Essanfälle mit Kontrollverlust, gefolgt von kompensatorischem Verhalten (Erbrechen, Laxantien, exzessiver Sport). Oft Normalgewicht – daher schwer von außen erkennbar.
Wiederkehrende Essanfälle ohne kompensatorisches Verhalten. Starker Leidensdruck, Scham, häufig Übergewicht. Die häufigste Essstörung – und die am meisten unterdiagnostizierte.
Vermeidende/restriktive Nahrungsaufnahme ohne Körperbildstörung. Nicht durch Angst vor Gewichtszunahme motiviert, sondern durch sensorische Empfindlichkeit, Angst vor Verschlucken oder geringes Interesse an Essen.
Regelmäßiger Verzehr von nicht-nutritiven Substanzen (Erde, Kreide, Papier). Tritt häufig bei Entwicklungsstörungen auf, kann aber auch im Erwachsenenalter vorkommen.
Wiederholtes absichtliches Hochwürgen von Nahrung, die erneut gekaut, geschluckt oder ausgespuckt wird. Nicht durch eine gastrointestinale Erkrankung erklärbar.
Essstörungen haben eine der höchsten Komorbiditätsraten aller psychischen Erkrankungen. Die Begleitstörungen bestimmen die Behandlung maßgeblich mit – und werden von kostenlosen Essstörungs-Tests nicht erfasst.
der Betroffenen mit einer Essstörung erfüllen gleichzeitig die Kriterien für eine depressive Episode. Bei Binge-Eating-Störung berichten 65 % von einer Angststörung in der Vorgeschichte (NCS-R, 2007).
Emotionsregulation ist der entscheidende Faktor: Essanfälle und Purging dienen häufig als Bewältigungsstrategie für unerträgliche Gefühle – Leere, Scham, Angst, Wut. Ohne Behandlung der zugrundeliegenden emotionalen Probleme kehrt die Essstörung fast immer zurück.
Die häufigste Komorbidität. Restriktives Essen und Essanfälle werden durch depressive Symptomatik verstärkt – ein Teufelskreis aus Scham, Rückzug und Kontrollverlust.
Mehr über DepressionSoziale Angst, Generalisierte Angst und OCD treten überdurchschnittlich häufig zusammen mit Essstörungen auf. Perfektionismus und Kontrollbedürfnis verbinden beide.
Mehr über AngststörungenBesonders bei Bulimie: Impulsivität, Emotionsregulationsprobleme und Selbstverletzung überlappen massiv. Bulimie und Borderline teilen die dysfunktionale Emotionsbewältigung.
Mehr über BorderlineTraumatische Erfahrungen in der Kindheit sind ein starker Risikofaktor für Essstörungen. Das Essverhalten wird zur Bewältigungsstrategie für traumaassoziierte Emotionen.
Mehr über Belastungsstörungen
Essstörungen erfordern einen multimodalen Behandlungsansatz. Die S3-Leitlinie empfiehlt je nach Form unterschiedliche Schwerpunkte. Entscheidend: Die Behandlung der Essstörung allein reicht nicht – komorbide Störungen müssen parallel adressiert werden.
Die erweiterte KVT nach Fairburn ist der Goldstandard bei Bulimie und Binge-Eating-Störung. Fokus auf Essverhalten, Körperbild und die zugrundeliegenden Emotionsregulationsprobleme.
Bei Anorexie im Jugendalter der am besten evidenzbasierte Ansatz. Die Familie wird aktiv in die Gewichtsrestaurierung einbezogen.
Fokussiert auf zwischenmenschliche Probleme, die die Essstörung aufrechterhalten: Rollenkonflikte, soziale Isolation, ungelöste Trauer.
Bei schwerer Anorexie steht die körperliche Stabilisierung an erster Stelle: Gewichtsrestaurierung, Elektrolytausgleich, Monitoring der Organfunktionen. Oft stationär notwendig.
Anorexie erfordert oft stationäre Behandlung und Gewichtsrestaurierung. Bulimie spricht hervorragend auf KVT-E an. Binge-Eating braucht einen anderen Fokus als Bulimie – trotz ähnlicher Symptome. Und bei komorbider Depression oder Borderline muss die Behandlung erweitert werden. Ohne Diagnostik riskieren Betroffene den falschen Behandlungsweg.
| Kostenlose Selbsttests | Unser Testverfahren | |
|---|---|---|
| Umfang | 5 Fragen (SCOFF) | Umfassendes Screening + SCID-5 |
| Auswertung | Automatisch (Algorithmus) | Persönlich durch Psychologen |
| Ergebnis | Positiv / Negativ | Verdachtsdiagnose nach ICD-11 |
| Welche Essstörung? | Nur AN + BN erfasst | Alle 6 Formen differenziert |
| Binge-Eating-Störung | Nicht erfasst | Eigenständig diagnostiziert |
| Komorbide Depression/Angst | Nicht erkannt | Systematisch erfasst |
| Persönlichkeitsstörungen | Nicht erfasst | SCID-5-SPQ deckt alle PS ab |
| Handlungsempfehlung | Keine | Individuelle Empfehlung |
Anorexie, Bulimie, Binge-Eating-Störung – oder doch eine komorbide Depression, die das Essverhalten steuert? Unser Testverfahren differenziert, was kein kostenloser Essstörungs-Test leisten kann.
Der WHO-5 misst Ihr allgemeines psychisches Wohlbefinden in einer Minute. Kein Essstörungs-Test im engeren Sinne, aber ein starkes Signal – denn Essstörungen gehen fast immer mit massiv reduziertem Wohlbefinden einher.
Jetzt kostenlos testenPsychologe (M.Sc., Note 1,5) mit Masterarbeit über psychologische Online-Diagnostik (Note 1,0). Essstörungen werden häufig erst spät erkannt – weil Betroffene ihr Verhalten verbergen und die Komorbidität mit Depression die Symptome überlagert. Ich werte jedes Ergebnis persönlich aus und differenziere sorgfältig zwischen den verschiedenen Essstörungsformen und Komorbiditäten.